Variablenadapter

Der Zugriff auf Variablenwerte aus Applikationen erfolgt über den vollständigen Bezeichner von Prozessvariablen. Dieser Bezeichner beinhaltet den Kanalnamen, den Alias der Prozessvariablen, sowie ggf. die Auflösung von Feld- und/oder Strukturelementen.

Variablenadapter entkoppeln diese Anbindung durch die Einführung eines weiteren Alias. Zusätzlich beinhalten Variablenadapter eine konfigurierbare Umschaltung. Jedem Alias können zur Entwicklungszeit mehrere in den Kommunikationskanälen definierte Prozessvariablendefinitionen zugeordnet werden. Über einen Konfigurationseintrag wird zur Initialisierungsphase des Projektes festgelegt, welche Variablen tatsächlich über den Alias angesprochen wird.

Problemstellung

Variablenadapter werden als Lösung von folgenden Problemen verwendet:

  • Zur Zeit der Erstellung des Projektes ist nicht klar, welche Anbindungskonstellation gewählt werden muss (Anschluss aller Steuerungen über einen Kommunikationskanal/über mehrere Kommunikationskanäle): In der Praxis kann es sein, dass sich die Anbindung über nur einen Treiber als wenig performant erweist. Alle Anbindungen in der Applikation beinhalten aber den Kanalbezeichner. Eine spätere Umstellung von einem auf mehrere Kommunikationskanäle erweist sich als äußerst arbeitsintensiv, da beispielsweise die Variablenanbindungen in den Steuerelementen auch angepasst werden müssen.
  • Es ist abzusehen, dass die Visualisierung unterschiedliche Steuerungen verwenden muss. Die Variablenbenennung ist aber auf keine Weise kompatibel zu halten: Ein typischer Fall hierfür ist die Anbindung über einen OPC-Server für die eine Steuerung und die Verwendung eines VisiWin(.NET) Treibers für die alternative Steuerung. Aufgrund des optimierten Austausch über Strukturen sind bei VisiWin Treibern die Variablennamen in der Applikation nicht mehr kompatibel, da das Strukturelement durch spitze Klammern eingefasst mit in den Bezeichner der angebundenen Variable einfließt.

Beide Probleme konnten bislang dazu führen, dass dieselbe Visualisierung für unterschiedliche Steuerungen auch mithilfe von mehreren Projekten parallel gepflegt werden musste.

Projektierung

Um einen Variablenadapter in Betrieb zu nehmen, sind in der Entwicklungsumgebung folgende Schritte durchzuführen:

  • Definition aller Variablen, die in den unterschiedlichen Varianten vorkommen können, in mehreren Kommunikationskanälen. Variablen aus unterschiedlichen Varianten dürfen dabei nicht in einem Kanal definiert werden.
  • Erzeugen eines Variablenadapters im Projektexplorer
  • Festlegung der Variablen der ersten Umschaltvariante durch Hinzufügen von Variablensätzen im Tabelleneditor des Adapters. Jeder Variablensatz setzt sich in dieser Phase durch einen Standardwert und einen Alias zusammen. Ist die Applikation bereits mit Variablen verbunden, sollten diese als Standardwert ausgewählt werden. Eine weitere Applikationsanpassung erübrigt sich dadurch, da der Alias vom Editor aus dem Namen der Standardvariablen gebildet wird.
  • Definition eines neuen Umschaltzustandes: In der Entwicklungsumgebung wird über das Hinzufügen eines Umschaltzustandes eine Spalte zur Tabelle hinzugefügt. Die Felder dieser Spalte sind leer. Hier müssen jetzt die Variablen eingefügt werden, die den Bezeichner in der Standard-Spalte ersetzen, wenn zu einer anderen Steuerung umgeschaltet wird.
  • Aktivierung des passenden Umschaltzustandes: Um Irrtümern vorzubeugen, eines gleich vorweg. Die Umschaltung kann zwar vor dem Applikationsstart konfiguriert werden, ist aber nicht mehr zur Laufzeit änderbar, also kein dynamisches Feature. Ggf. sind dem Techniker, der die Visualisierung vor Ort einrichtet, die Schritte zur Konfiguration der angeschlossenen Steuerungen detailliert zu beschreiben.

Parameter

Name Beschreibung
Definition aktiv Legt fest, ob die Objektdefinition gültig ist.
Kommentar Wahlfreier Kommentar zum Objekt.
Name Name des Objektes.
Umschaltzustände (Variablenadapter) Legt fest, zu welchen Variablen gewechselt wird, wenn die Konfiguration des Variablenadapters den Wert ändert.
Zu deaktivierende Kanäle Legt für jeden Eintrag in der Liste der Umschaltzustände fest, welche Kommunikationskanäle deaktiviert werden, wenn der entsprechende Umschaltzustand aktiv ist.