Kommunikationskomponenten
Als Kommunikationskomponenten werden in der VisiWin Dokumentation die Gerätetreiber bezeichnet, die das spezifische Protokoll einer SPS unterstützen und mit dem Variablenserver der Visualisierung Prozesswerte austauschen.
Die entscheidenden drei Faktoren zum Finden der passenden Kommunikationskomponenten sind:
- Die SPS, mit der kommuniziert werden soll. Die Kommunikationskomponente muss auf das spezifische Protokoll angepasst sein.
- Das verwendete Gerät, über das die Kommunikation stattfindet. Einige Steuerungen beinhalten mehrere Schnittstellen oder es gibt Adapter, die die vorhandenen Schnittstellen adaptieren.
- Die Verfügbarkeit unterschiedlicher Kommunikationskomponenten, die zur SPS und zum Kommunikationsweg passen.
Stehen also verschiedene Kommunikationskomponenten zur Wahl, muss eine Entscheidung getroffen werden.
Kriterien zur Entscheidungsfindung
Der Variablenserver unterstützt zwei verschiedene Kategorien von Kommunikationskomponenten:
- VisiWin Treiber
- VisiWin Treiber werden auf Basis des .NET Framework implementiert und garantieren damit eine größtmögliche Durchgängigkeit in den unterschiedlichen Windows Betriebssystemen. Sie beinhalten optional zur Datenübernahme einen browserähnlichen Mechanismus. Das Verhalten zur Laufzeit ist speziell auf die Beseitigung von Synchronisationsproblemen bei OPC-Servern optimiert.
- OPC-Server/OPC UA-Server
- Universelle, visualisierungsunabhängige Schnittstelle, die durch die OPC-Foundation spezifiziert wurde. OPC-Server beinhalten zur Datenübernahme das Browser-Interface, über das sich projektierte Prozessgrößendefinitionen im Idealfall aus der SPS-Entwicklungsumgebung direkt in die Projektdatei übernehmen lassen. OPC-Server beinhalten eine netzwerkfähige Schnittstelle über DCOM, während OPC UA-Server über einen eigenen Protokollstack verfügen.
OPC-Server werden üblicherweise vom entsprechenden Steuerungshersteller angeboten. Gegebenenfalls haben auch Drittanbieter alternative Angebote. Eine breite Palette von Steuerungen kann über VisiWin Treiber angesprochen werden. Die Palette von zur Verfügung stehenden VisiWin Treibern beschränkt sich nicht nur auf die INOSOFT Produkte. Hier steht ein Treiber-Toolkit zur Verfügung, das die Implementierung eigener Protokolle auf Basis der Programmiersprache C# ermöglicht.
Die oben in der Reihenfolge ihrer Entstehungsgeschichte aufgeführten Kategorien unterscheiden sich bezüglich Betriebssystem, Netzwerkfähigkeit und Funktion. Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Eckdaten zur Entscheidungsfindung in Stichworten.
Fragenkatalog zur Entscheidungsfindung
- Betriebssystem
- Unter welchem Betriebssystem soll der Anschluss an die SPS erfolgen?
- Netzwerkfähigkeit
- Befindet sich die Anbindung auf dem Visualisierungsrechner oder einem anderen Rechner im Netzwerk?
- Projektierunterstützung
- Ist die Menge der zu visualisierenden Daten umfangreich oder ändert sie sich im Verlauf der Entwicklung noch? Wie komfortabel können vom SPS-Programmierer geänderte Daten im Projektverlauf mit der Visualisierung abgeglichen werden?
- Visualisierungsunabhängigkeit
- Müssen ggf. andere Applikationen mit der Kommunikationskomponente direkt Daten austauschen?
- Datenkonsistenz
- Sind sequenzielle Kommunikationsabläufe mit Timing zu implementieren, die die üblichen Anforderungen der Konsistenz zwischen Anzeige und SPS-Speicher überschreiten?
- Optimierungen
- Belastet das zu übertragende Datenvolumen die Kommunikationsschnittstellen, sodass Optimierungsverfahren bei der Übertragung zu wählen sind?